Mehr als nur schöne Worte: Warum Designorientierung für die Erstellung von Content unerlässlich ist

Byrony Seifert
Byrony Seifert

VP of Marketing and Product Delivery, EMEA

Im B2B-Content-Marketing wird das Design immer noch zu oft erst ganz am Ende in den Prozess eingebunden. Statt einen kooperativen Ansatz zu verfolgen, werden den Grafikdesignern fertige Texte über den Zaun geworfen, die sie dann so gut wie möglich „aufhübschen“ sollen. Weil sie aber nicht von Anfang an einbezogen wurden, kennen Grafikdesigner oft die Zielrichtung der Texte und die Geschichte nicht, die erzählt werden soll. Dadurch sind Designelemente oft kaum mehr als eine optische Zugabe. Schlimmer noch, der Gesamteindruck kann unzusammenhängend sein oder erzwungen wirken, weil Text und Design nicht wirklich zusammenpassen und die Botschaft nicht unterstreichen. Das Problem ist: Wenn Sie Ihre Zielgruppe nicht mitreißen können, bleibt der Erfolg aus. Wenn Ihr Bildmaterial verwirrend ist oder Ihr Content als glanzlos empfunden wird, können Sie kein Interesse wecken. 

Den besten Content vermitteln Geschichten mit einem kohärenten Ansatz. Dies gilt umso mehr für Kampagnen und Programme in Serie. Um eine ultimative Wirkung zu erzielen, müssen Sie den Designgedanken – wie der fertige Content aussehen wird, wie die Nutzer damit interagieren werden, welche Punkte hervorgehoben werden sollten usw. – bereits im Entwicklungsprozess aufgreifen. Bei TechTarget stützen wir uns auf verschiedene zentrale Konzepte, die genau das ermöglichen und die Erstellung von besserem Content zu rationalisieren. Im Folgenden werden einige davon dargestellt. 

#1 – Integrieren Sie die visuelle Konzeption in die Content-Entwicklung 

Guter Content beginnt mit einer Idee. Dann wird viel darüber nachgedacht und daran herumgefeilt, bis aus der Idee ein erstklassiger Content geworden ist. Schon früh in diesem Prozess sollten Sie sich überlegen, wie sich die Idee visuell vermitteln lässt. Wir beginnen gern damit zu entscheiden, welches Format für den Zweck am besten geeignet ist. Wir machen uns Gedanken dazu, wie tief wir in das Thema eintauchen wollen, welche Informationen und Aspekte unser Publikum bevorzugt und welche Daten wir zur Verfügung haben, um unsere Botschaft zu unterstützen. 

Wenn wir uns für ein Format entschieden haben, schreiben wir die Storyline in enger Anlehnung an das Format, weil sich dieses Vorgehen als besonders effizient erwiesen hat. Unserer Meinung nach ist dieser Ansatz nicht nur eine gute Grundlage für das Schreiben, sondern auch für die Entwicklung des Designs, das notwendig ist, um die Geschichte, die wir erzählen wollen, zu transportieren. 

Wenn Ihre Idee zum Beispiel von einer starken visuellen Unterstützung profitieren würde, – etwa durch die Visualisierung von Daten durch Bilder oder Illustrationen – könnte eine Infografik das perfekte Format sein. Der Text wird kurz gehalten. Der Content muss leicht zu greifen sein. Es werden nur ein paar wichtige Punkte hervorgehoben, die der Leser sich merken kann. 

#2 – Wählen Sie Bilder, die relevante Emotionen wecken (Bilder sagen mehr als tausend Worte!) 

Die Macht des Bildes ist enorm. Bilder ziehen meist als Erstes die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Durch sie kann der Betrachter einen emotionalen Bezug zum Content aufbauen. Bilder sind außerdem das, was dem Betrachter am längsten in Erinnerung bleibt. 

Wir versuchen, unsere Botschaft schon früh im Prozess zu visualisieren, denn nur so lassen sich Text und Bild aufeinander abstimmen. Zudem können weitere visuelle Mittel wie Grafiken und Illustrationen bestimmt werden, die wir möglicherweise brauchen. Visuelles Denken ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, daher sollten Sie sich besonders viel Zeit dafür nehmen. Angesichts der Bedeutung, die Bilder für die Gesamtwirksamkeit Ihres Projekts haben, ist diese Zeit gut investiert. Je mehr Sie auf potenzielle visuelle Verbesserungen achten, desto selbstverständlicher fügen sich diese in den Prozess ein. Vermeiden Sie allzu klischeehafte Bilder wie z. B. Menschen in Anzügen, die sich gegenseitig abklatschen, denn das weckt beim Publikum das Gefühl, das alles schon einmal gesehen und gehört zu haben. 

Viele Kreativteams stellen fest, dass es für den Prozess der visuellen Verstärkung sehr effektiv ist, die Ersteller von Text- und Bildcontent direkt zusammenzubringen, wenn der Handlungsbogen ausgearbeitet wird. Einige Content Creator können dies auch gut allein, wenn man ihnen die Zeit gibt, die Geschichte aus einer visuellen Perspektive zu betrachten. 

#3 – Mehr als eine Skizze – eine visuelle Blaupause 

Bei jeder Art von Content, ob er nun eine einfache oder aufwendige designtechnische Bearbeitung erfordert, hilft Ihnen die physische Darstellung im finalen Format, um zu verstehen, wie viel grafische Unterstützung sinnvoll ist. Wenn Sie Designern diese Möglichkeit geben, können sie den physischen Kontext erfassen, in dem ihre Designs eingesetzt werden sollen. Designteams sind Mangelware, sie sind immer beschäftigt und ihre Köpfe voll mit grafischen Ideen aus vielen Projekten. Wenn Sie schon im Vorfeld eine Blaupause erstellen, helfen Sie dem Team, sich ein Bild von Ihren Zielvorstellungen zu machen. Ihr Entwurf sollte im Rahmen einer Überarbeitung anpassbar sein. Jedoch helfen Sie als Autor mit einem groben Layout allen Beteiligten, das Design und die Überprüfung effizienter zu gestalten. 

Vereinfacht dargestellt funktioniert es wie folgt: Bei textreichem Content sollten Sie die Position von Überschriften, wichtigen Zitaten und Callout-Boxen sowie die Position bestimmter Grafiken innerhalb des Textes festlegen. Für visuellen Content, wie z. B. eine Infografik, erstellen Sie eine „grobe Skizze“ des Contents in PowerPoint oder einem anderen einfachen Design-Tool. So machen Sie sich zum einen selbst klar, wie die Schlüsselelemente der Geschichte visuell zusammenpassen, zum anderen ist es eine gute Möglichkeit, Lücken im Erzählfluss zu erkennen. 

Gutes Design, das jeden Content und jede Kampagne aufwertet, entsteht niemals isoliert. Geschriebener Text ist nur einer von vielen Wegen, das Publikum anzusprechen. Wenn Sie beim Schreiben und bei der Erstellung von Content insgesamt eine stärker designorientierte Denkweise anwenden, werden Sie den Menschen Ihre Botschaften und Ideen besser vermitteln können. 

 

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